Ev.-luth. Kirchengemeinde Barum-Natendorf

Projekt „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“


An dieser Stelle möchte wir darüber informieren, wie es mit dem Projekt „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“ in Natendorf und Barum weitergeht:

Zusammen mit einer professionellen Planerin haben wir einen Plan für eine zukünftig kostengünstigere und ökologischere Bewirtschaftung erstellt.

Als Ergebnis gibt es bereits erste Vorstellungen unter anderem zu der Frage, an welcher Stelle Bäume für Baumbestattungen gepflanzt werden können.
In Zukunft sollen pflegeaufwendige Flächen wegfallen und der Friedhof durch eine Hecke mit naturnahen Gehölzen eingefriedet werden.
Zukünftig sollen mit dem neuen Konzept auch die Kosten für die Pflege der großen Rasenflächen reduziert werden, indem z.B. an Stelle von Rasengräbern Staudenflächen angelegt werden.
Weiter ist geplant Sitzbänke aufzustellen, Nistkästen aufzuhängen und nicht heimische Pflanzen durch heimische zu ersetzen.

All dies soll dazu dienen, dass die Friedhofsflächen attraktiver werden – und zwar für uns Menschen und auch für die Natur.

Durch glückliche Umstände haben wir jetzt gerade die Möglichkeit, durch eine Förderung mit EU-Geldern unsere Ziele auch finanzieren zu können.
Dazu müssen natürlich bestimmte Bedingungen erfüllt werden und entsprechenden Anträge gestellt werden. Darüber hinaus muss die Kirchengemeinde auch einen Eigenanteil zahlen, hier hat der Kirchenvorstand bereits seine Zustimmung gegeben. Wir sind weiter motiviert und zuversichtlich, auf diesem Wege die wichtige Aufgabe der Kirche, die Bewahrung der Schöpfung, auf unseren Friedhöfen umzusetzen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Projekt haben, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf:
Gisela Jenkel-Paulini (Vinstedt), Margret Bodin (Vinstedt), Christine von Schnurbein (Natendorf), Renate Niemann (Varendorf)

Bericht von der Auftaktveranstaltung am 17. August 2018

Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens, das heißt
  • Vielfalt der Ökosysteme (Lebensräume wie Wasser, Wald, Alpiner Raum)
  • Vielfalt der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen)
  • Vielfalt der Gene (Rassen oder Sorten von wildlebenden und genutzten Arten)
Am 17. August gab es eine wichtige Veranstaltung in der Kirche in Natendorf.

Gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen der kirchlichen Dienste aus Hannover stellte das Friedhofsteam das Projekt „Landschaftswerte –Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“ vor. 

Als Gäste sprachen Frau Pastorin Hallwaß und unser Propst, Herr Hagen, ein Grußwort, in denen beide die Bedeutung des Projektes für den Erhalt unserer Friedhöfe in Barum und Natendorf betonten.

Zunächst wurden die Rahmenbedingungen des Projektes vorgestellt. Frau Ulrike Wolf erklärte in dem Zusammenhang, dass der derzeitige Wandel der Bestattungskultur die Chance bietet, Friedhöfe darüber hinaus durch naturnahe Flächen reicher und attraktiver für Mensch und Natur zu gestalten. 

Sie erläuterte, dass unsere Kirchengemeinde von Fördergeldern des EU-Projektes direkt profitiert, denn die Kosten für die Umgestaltung müssen dadurch nur zu einem Drittel aus dem Haushalt der Kirchengemeinde getragen werden.
Im Anschluss stellte Frau Astrid Lahmann an den großen mitgebrachten Plänen vor, was konkret umgestaltet werden soll. 

Da es an dieser Stelle zu weit führen würde, alles zu beschreiben, gibt es die Möglichkeit, sich bei einem Spaziergang mit dem Friedhofsteam zunächst über den Friedhof Barum ein genaueres Bild zu machen. 

Termin ist Samstag, der 13. Oktober um 15.00 Uhr. Eine Woche später, am Samstag, dem 20. Oktober erfolgt der entsprechende Gang über den Natendorfer Friedhof, ebenfalls um 15.00 Uhr. 

Darüber hinaus kann man sich jederzeit die Pläne anschauen, sie sind bis auf weiteres jeweils in den Kirchen in Barum und Natendorf ausgestellt.
Die sich anschließende sehr lebhafte Diskussion mit den ca. 60 Gästen der sehr gut besuchten Veranstaltung setzte sich nach dem offiziellen Ende an dem bereit stehenden kleinen Snack-Buffet mit Saft und Wein noch lange fort.

Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf!

Ihr Friedhofsteam:
Margret Bodin, Gisela Jenckel-Paulini, Renate Niemann, Christine v. Schnurbein

***18.10.2018

Auf unserem Friedhof tut sich was

Mehr Artenvielfalt auf unseren Friedhöfen
Die Bestattungskultur wandelt sich, das betrifft auch die Nachfragen auf unseren Friedhöfen in Barum und in Natendorf.
Leitgedanke für die Gestaltung unserer Friedhöfe ist die Bewahrung der Schöpfung.

Für den Friedhof in Barum unter dem Wort der Bibel: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1,31).
Für den Friedhof Natendorf mit dem Psalm: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn“ (P 100,4).

Die Schöpfung zu bewahren bedeutet auch den Reichtum der Arten zu bewahren. Mit dem neuen Konzept für die unbelegten Flächen und für
die Grabgestaltung (Urnen- und auch Erdbeisetzungen) wird zukünftig der Erhalt der Arten besonders ins Blickfeld gerückt. Ausgewogene
Vielfalt soll dann das Gesicht beider Friedhöfe bestimmen.

Auch die Möglichkeit, pflegefreie Grabfelder anzulegen, ist Ziel des neuen Nachdenkens über unsere Bestattungsflächen.
Ergebnis des Projektes soll es sein, Friedhöfe als Ort heimischer Tiere und Pflanzen zu erhalten und unsere Friedhöfe zugleich als Orte der Stille
und der Schönheit unserer Welt zu erhalten.

Projekt Landschaftswerte
Der derzeitige Wandel der Bestattungskultur bietet uns die Chance, Friedhöfe durch naturnahe Flächen reicher und attraktiver für Mensch
und Natur zu gestalten.

Alter Baumbestand, dichte Hecken aus einheimischen Gehölzen, blühende Wiesen und Grabfelder und vielfältige Nischen sind grüne Oase
für Tiere, Insekten und Pflanzenarten in der Stadt und auf dem Land und erfreuen auch das menschliche Auge.

Das Projekt Landschaftswerte hat das langfristige Ziel, wertvolle Lebensräume auf Friedhöfen zu schaffen. In diesem Sinne engagieren
sich Ihr Friedhofsausschuss, Ehrenamtliche aus Ihrer Gemeinde und ein Beratungsteam aus dem Haus kirchlicher Dienste.


Ein langer Atem ist gefragt
Bis zum Jahr 2021 werden auf den neun teilnehmenden Friedhöfen Bestattungsflächen und nicht für Bestattungen genutzte Flächen naturnah
gestaltet. Diese Gestaltungen können sehr vielfältig sein:
  • modern oder
  • traditionell oder
  • park-, wald-, gartenähnlich aussehend.
Geplant sind – je nach Voraussetzungen auf den einzelnen Friedhöfen:
  • Streuobstwiesen und/oder Blumenwiesen,
  • Bodendecker, Stauden und kleine Sträucher,
  • Freiwachsende vielfältige Hecken,
  • Pflanzung von Bäumen und großen Sträuchern,
  • vielleicht sogar ein naturnaher Teich …
Nicht auf jedem Friedhof wird alles realisiert – alles wird genau auf die jeweilige Ausgangslage und Bedingungen der einzelnen Friedhöfe angepasst. Die Flächen müssen anschließend mindestens für zwölf Jahre erhalten werden – dies ist eine Bedingung des Förderprogramms.

Wann wird auf dem Friedhof umgestaltet?
Die Umgestaltungsphase fängt erst im Jahr 2019 an.

Jetzt befndet sich das Projekt noch in der Planungsphase: Der Friedhofsentwicklungsplan wird gegebenenfalls angepasst, weitere Bestandsaufnahmen und Vor-Ort-Besichtigungen werden gemacht sowie die zukünftige Bepflanzung, die Umgestaltungsmaßnahmen und das Pflegekonzept werden mit den Friedhofsteams vor Ort abgesprochen.

Bis die angedachten Flächen umgestaltet werden, ist Zeit für allgemeine und punktuelle Maßnahmen, z.B. die vorbereitende Rodung von Bäumen
und Sträuchern, auch Nistkästen können aufgehängt, kleine ökologische Nischen können geschaffen werden und einiges mehr.


Mit herzlichen Grüßen
Ihr Friedhofsteam:
Margret Bodin, Gisela Jenkel-Paulini, Renate Niemann, Christine von Schnurbein

***22.07.2018